Schöne neue Welt.
An insgesamt 3 Podien wurde über ein Verbot von Gentechnologie in der Zürcher Landwirtschaft diskutiert.
Die FDP, CVP und Teile der SVP sehen in der Anwendung von Gentechnologie in der Landwirtschaft hauptsächlich wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt und sie haben zum Teil blindes Vertrauen in die Sicherheit und die Unabhängigkeit von Professoren und den treibenden Kräften dieser Technologie in Agro- und Live Science.
Ein Vertreter der FDP sagte wörtlich, wir sollten Vertrauen haben in die Ethik und das unabhängige Wissen besagter Professoren an ETH und UNI.
Der sogenannten Freiheit der Forschung, welche bald religiöse Züge annimmt, wird offenbar alles untergeordnet ohne wissen zu wollen, wie die heutige Wissenschaft tatsächlich und zunehmend arbeitet.
Mich erstaunt diese Haltung von Exponenten, welche sich als freiheitlich denkend bezeichnen.
Sie träumen von Innovationspärken, und Spin Off Firmen, welche genetisch veränderte Pflanzen und Tiere erschaffen und das Erbgut aller Arten und Gattungen vermischen, um schnelle Gewinne zu machen.
Dass sich dabei durch den Verzehr solcher Nahrung auch die DNA von uns Menschen verändern könnte nehmen sie bewusst in Kauf. Offenbar haben sie den Glauben, dass irgend Jemand das Ganze noch im Griff hat und schon dafür sorgen wird, dass nichts schief geht.
Aber wer soll denn dieser jemand sein? Etwa der liebe Gott, oder die nationale Ethikkommission, oder die WHO etwa, wo die Vertreter der globalen Konzerne direkt Einsitz haben?
Fakt ist, dass die heutige Wissenschaft in dem Masse an Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit verliert in dem sie nicht mehr öffentlich sondern über Fremdmittel finanziert wird. Es werden Jahr für Jahr mehr und noch schlimmer, das viel bewunderte gute Ranking unserer super Universtäten bemisst sich zusehends an der Spendierfreudigkeit globalisierter Multis, welche für das industrielle World Food System arbeiten und nichts mehr zu tun hat mit der Produktion von gesunden bäuerlich produzierten Lebensmitteln. Die staatliche Kontrolle ist dabei noch miserabler als bei VW und hier geht es doch wortwörtlich ums Eingemachte.
Auch Egal, denken sich die freiheitlichen Leute. Sollten sich durch den Verzehr solcher Nahrung, wie bereits in Amerika zu sehen, spezifische Krankheiten und Allergien bei uns breit machen, so gibt dies erneut Arbeit für innovative Spin Off Firmen der ETH, der Live Science Branche und internationaler Pharmamultis, um entsprechende Medikamente zu produzieren.

Ist es ein Zufall, dass gerade jene welche heute noch zuständig sind für die Produktion von Lebensmitteln, die Bauern also , über alle Parteigrenzen hinweg diesem Treiben kritisch gegenüber stehen?
Ich denke es ist höchste Zeit Gentech in der Landwirtschaft zu verbieten und wieder mehr in unabhängige, öffentliche landwirtschaftliche Forschung und Saatzucht zu investieren, bevor alle abhängig sind von patentiertem und schädlichem Gentechfood.
Dies hat mehr mit persönlicher Souverainität und Freiheit zu tun, als alle Parolen von FDP und SVP zusammen.

Nationalratswahlen:
Wer kein Interesse hat, je Genfood essen zu müssen, schreibt 2 mal Urs Hans auf die Liste!