Leserbrief im Schweizer Bauer vom Samstag, 25. Mai 2013

„Die AP 2017 spaltet uns Bauern bewusst“
Zur Debatte über die Agrarpolitik 2014-2017 (AP 2017)

Die AP 2017 ist so angelegt, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Neue Spielregeln führen dazu, dass getätigte Investitionen ihren Wert verlieren und dass nicht mehr die Leistung zählt. Profiteure dieses undurchsichtigen Spiels sind eine wuchernde Agrobürokratie, Beratungsfirmen und Planungsbüros. Dass Tierhaltung mit viel Arbeit verbunden ist, wissen alle. Dass nun exakt die Tierhalterbeiträge gestrichen und auf die Fläche umgelegt werden sollen, forciert den Strukturwandel und wirft kleinere Betriebe zu Unrecht aus dem Rennen.
Früher setzten wir Mutterkuhhalter uns für höhere Kuhbeiträge ein. Später kamen die Milchviehhalter dazu. Und heute schauen unsere Verbände tatenlos zu, wie alles gestrichen wird.
1. Es ist nicht Sache des Staates zu definieren, wie gross ein Betrieb sein muss, um Direktzahlungen zu erhalten. Die Leistungen zum Nutzen der Allgemeinheit sollen nach klaren Regeln entschädigt werden. Die ganzen SAK-Regulierungen samt den dazu notwendigen Stellen sollen ersatzlos gestrichen werden.
2. Die Verbürokratisierung der Arbeit von uns Bauern, auf allen Ebenen, soll gestoppt und massiv reduziert werden.
3. Bei allen Produktionsformen soll das Gewicht auf nachhaltige Produktivität gesetzt werden.
4. Ernährungssouveränität soll kein leeres Wort bleiben.
Die zusätzliche Extensivierung ertragreicher Böden könnte nur durch einen zusätzlichen Import aus fragwürdiger Herkunft kompensiert werden.
Aus diesen Gründen unterschreibe ich das Referendum gegen die AP 2017
Urs Hans
Kantonsrat (Grüne)
Turbenthal ZH