Grünem Kantonsrat droht Entzug der Bio-Zertifizierung
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Der streitbare Turbenthaler Impfgegner glaubt an einen Racheakt der Behörden, um ihn mundtot zu machen. Das Veterinäramt hingegen argumentiert, sein Stall sei zu klein.

topelement
Wird ihm die Bio-Zertifizierung entzogen? Urs Hans mit Angus-Rindern auf seinem Hof in Neubrunn-Turbenthal. Foto: Beat Marti
«Auch das noch», sagt der 59-jährige Landwirt Urs Hans. Den Angriff ausgerechnet aus der Bioecke hat der kampferprobte grüne Kantonsrat nicht erwartet. Bisher hat er sich mit grösster Energie gegen Gentechnologie, «Pharmalobby» und «Staatsbürokratie» – wie er sagt – zur Wehr gesetzt. Vor Bezirksgericht Winterthur hatte er im letzten November wenigstens zum Teil recht bekommen: Er wurde vom schweren Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen. Verurteilt wurde Hans hingegen wegen der Weigerung, seine Kühe gegen Blauzungenkrankheit zu impfen. Schuldig gesprochen wurde er auch wegen mehrerer Verstösse gegen das Tierschutzgesetz, darunter Lappalien wie abgebrochene Ohrenmarken oder nicht ausgefüllte Formulare.
Der Hammer kam für Urs Hans letzte Woche. Ein Vertreter der Kontrollorganisation Bio.inspecta in Frick habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass ihm die Knospe entzogen werden soll. Für einen Biobauern bedeutet das einen schweren Schlag fürs Selbstverständnis – und die akute Gefährdung der Existenz. Die Knospe berechtigt, Fleisch unter dem Bio-Label zu verkaufen. Und dank der Biozertifizierung erhält ein Bauer namhafte finanzielle Beiträge. Bio.inspecta ist eine private, von den Bio-Bauern demokratisch eingesetzte Kontrollstelle.

Direktzahlungen gekürzt

Warum fällt ausgerechnet diese Organisation einem der bekanntesten und engagiertesten Biobauern in den Rücken? Die Antwort ist komplex und füllt in Turbenthal, Zürich und Frick mehrere Bundesordner. Nach Ansicht des Zürcher Veterinäramts sind einige der Boxen im Mutterkuhstall von Hans zu schmal. Dieser ist jedoch der festen Überzeugung, dass seine Angus-Rinder allerbeste Verhältnisse bei ihm haben.
Die «Schikaniererei durch das Veterinäramt» hat nach Ansicht von Hans erst begonnen, nachdem er sich 2009 geweigert hatte, seine Kühe gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen. Die Bio.inspecta wiederum lasse sich von den Behörden, so Hans, «vor den Karren spannen». So habe ihm Bio.inspecta im Oktober 2011 allein aufgrund der Vorwürfe des Veterinäramts «fahrlässige Tierquälerei» vorgeworfen und ihn aufgefordert, «besser für seine Tiere zu sorgen». Zudem wurden ihm die landwirtschaftlichen Direktzahlungen um 17 400 Franken gekürzt. Dass er vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen wurde, sei in Frick wohl nicht bemerkt worden.
Weil Urs Hans ein Pionier ist, hatte er seinen Stall 1989 – damals gabs von der landwirtschaftlichen Beratung noch keine Vorgaben – nach eigenen Erkenntnissen konstruiert: breitere Boxen für die grösseren Tiere, schmalere für die kleineren. «Die Tiere können frei wählen und fühlen sich pudelwohl», sagt Hans. Ausgerechnet die massigen Zuchtstiere hätten sich häufig in die kleinsten Boxen gelegt. Ausserdem haben seine Tiere freien Auslauf, und den Sommer verbringen sie auf der Alp.
Sämtliche Kontrollberichte des Veterinäramts, die dem TA vorliegen, attestierten ihm von 1991 bis 1999 eine «gute Tierhaltung» und eine «angemessene Boxengrösse». Erst nach Inkrafttreten der neuen Tierschutzverordnung von 2008 bemängelte das Amt im Februar 2010 die zu kleinen Boxen. «Plötzlich glaubten die Bürokraten, dass Kühe dumm sind und sich ihren Platz nicht mehr selber suchen», sagt Hans.

«Gestapo-Tierschutzbrigaden»

In die Zeit um 2010 fiel auch der Streit um die Zwangsimpfung gegen die Blauzungenkrankheit. «Bei uns verreckten nach der Impfung gegen Rauschbrand die Kälber wie Fliegen», sagt Hans. Er widersetzte sich der Impfung, wurde der bekannteste Impfverweigerer der Schweiz und in Deutschland wie ein Held gefeiert. In Turbenthal hingegen wurden die Kontrollen durch das Veterinäramt intensiviert. Hans spricht unzimperlich von «staatlichem Terror» und «Verleumdungskampagnen der Bürokraten». Die Kontrolleure des Veterinäramts ihrerseits liessen sich fortan von zwei Kantonspolizisten begleiten, die von Hans wiederum als «Gestapo-Tierschutzbrigaden» bezeichnet wurden. Besonders sauer aufgestossen war ihm eine Kontrolle am Montagmorgen, als er – wie die Kontrolleure sehr wohl wussten – in Zürich im Kantonsrat sass.
Fakt ist jedenfalls, dass heute von 37 Boxen noch 9 schmaler als 110 Zentimeter sind. Dabei fehlen bloss 2 bis 3 Zentimeter. Hans hatte im letzten Herbst jede freie Minute für den Umbau seines Stalls verwendet. Die Stützen im Stall verhindern jedoch eine beliebige Neueinteilung. Für Kühe mit einer Widerristhöhe von mindestens 130 Zentimetern – das trifft nur auf ein Drittel seiner Herde zu – muss die Boxenbreite jedoch 120 Zentimeter sein. Um diese Zahlen liefern sich Hans und das Amt einen Kleinkrieg.
Gemäss eidgenössischen Vorschriften hätten diese neun Boxen schon auf diesen Winter hin vergrössert werden müssen. Für die anderen gilt eine Frist bis 2013. Urs Hans hat in der Zwischenzeit drei weitere Jungviehställe gemäss der neusten Tierschutzverordnung gebaut und verlangt für seinen Mutterkuhstall eine Übergangsfrist, wie es in anderen Kantonen üblich sei. Gemäss Tierschutzgesetz gelte ein Investitionsschutz, damit ein Stall während 25 Jahren abgeschrieben werden könne; bei Hans wäre das 2014.
Bio Suisse hat der Familie Hans am 22. Dezember 2011 die Knospe-Anerkennung für 2012 erneuert. Die Kontrollstelle Bio.inspecta kann aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht auf den Fall Hans eingehen. Gemäss Sprecherin Noëmi Hess drohen bei «mittleren Verstössen» Kürzungen der Direktzahlungen und nur in «schweren Fällen» ein Entzug des Biostatus. Hess betont zudem, dass Impfungen und Differenzen mit kantonalen Amtsstellen «keinen Einfluss auf die Beurteilung» haben.

Kantonstierärztin widerspricht

Urs Hans hingegen ist überzeugt, dass das Veterinäramt Druck auf Bio.inspecta ausübt, damit ihm der Geldhahn zugedreht wird und er sich nicht weiter vor Gericht gegen die «Willkür der Behörden» wehren kann. Die Teilniederlage vor Bezirksgericht Winterthur hat er jedenfalls bereits ans Obergericht weitergezogen. In Winterthur wurde er im Gerichtssaal von über 50 protestierenden Biobauern unterstützt.
Kantonstierärztin Regula Vogel dementierte auf Anfrage, dass sie Druck auf die Bioorganisationen ausübe. Im Gegenteil: Bio.inspecta habe das Veterinäramt kontaktiert aufgrund der Mängelliste 2011. «Die Organisation hat gewünscht, dass eine gemeinsame Kontrolle durchgeführt wird», sagt Vogel.

59 Kommentare
Hadwig Reinprecht
10.03.2012, 19:01 Uhr
Unglaublich! Habe gedacht, Schikanen gibt es nur in der EU, im Speziellen bei unseren "Saubermännern" in Österreich! Die Drohungen bei Impfverweigerung der Blauzungenimpfung bei unseren Schafen haben wir auch erlebt und eine Saison mit vielfachen Ausfällen wegen der Impfung. Bei uns wird nicht mehr geimpft, komme, was wolle. Durchbeißen, so gut es geht! Alle guten Wünsche dazu!

05.03.2012, 12:14 Uhr
alle macht den beamten, was muss noch alles passieren, bis ganz normale bürger auf die strasse gehen?

Jasmin Hardegger
04.03.2012, 11:34 Uhr
@ Lukas Aeschbach. Ein Säugling wird, wie der Name eigentlich impliziert, gesäugt und erhält somit den Schutz der Mutter. Selber war gegen MMR geimpft, habe Masern und Mumps trotzdem gekrigt und super überstanden, seit 10 Jahren impffrei und, oh wunder, noch immer immun (weiss ich wegen SS).

Jasmin Hardegger
04.03.2012, 09:10 Uhr
Ich weiss garnicht, was der ganze Terz soll. Es gibt Leute, die lassen sich impfen, die sind ja dann 'geschützt' und solche die es nicht tun, die ja dann theoretisch krank werden können. Wie Ungeimpfte aber angeblich Immune anstecken sollen, ist mir ein Rätzel.

Kurt Blaser
04.03.2012, 07:44 Uhr
Tja, wer sich gegen die Pharmaindustrie auflehnt kommt halt in die Schusslinie des Gesetzes, die gehören und arbeiten ja zusammen und haben die gleiche Führung, solange Politiker in den Verwaltungsräten sitzen wird sich das auch nie ändern. Ohne das "krankmachen" der Befölkerung könnte die Pharmaindustrie niemals überleben.

Werner Rüegg
04.03.2012, 03:13 Uhr
Die eigenwilligen Interpretationen und selbst gemachten Verfügungen dieser Kantonsärztin würden bei einer Aufzeichnung Bände füllen. Hoffentlich verschluckt sie sich mal an ihren MAchtdemonstrationen.

Thomas Jucker
04.03.2012, 00:18 Uhr
Da wird jemand Mundtod gemacht nur weil er etwas kritisch zu der Blauzungenimpfung war nachdem er von den vielen negativen Nebenwirkungen gehört hatte genau diese Zwangsimpfung mit einem nicht geprüften Impfstoff verursachte auf meinem Betrieb mehr als 100`000Fr Schaden. Sicherheitshalber hat der Bund kurz vor der Zwangsimpfung die Haftung ausgeschlossen. Musste den ganzen Schaden selber tragen

tom Dubach
03.03.2012, 23:20 Uhr
@sina baggenstoss. Babys und Kleinkinder können erst mit der Zeit geimpft werden. Wollen Sie schuld sein, wenn eines durch Sie angesteckt wird und für den Rest des Lebens darunter leidet?!

Peter Wyssling
03.03.2012, 22:31 Uhr
Wer zertifiziert eigentlich die Zertifizierer ? Nicht aufgeben , Urs.. Ansonsten gibt's ja noch die sicherste Lösung: Direktvermarktung an Leute, die den Hof kennen. Der Kampf um diese Zentimeter ist reinste Schikane...

Fredi Moser
03.03.2012, 22:14 Uhr
(Bio-)Bauern sind aufgrund der massiven Subventionen als Staatsangestellte zu bezeichnen und in einem freien Markt nicht überlebensfähig. Es ist also dringend notwendig, dass der Geldgeber/Steuerzahler auch weiss, wohin sein Geld fliesst. Und er hat Anrecht darauf, dass die Bestimmungen (Impfungen, Stallgrössen etc.) eingehalten werden. Wenn nicht, Geld/Subventionen weg. So einfach ist das.

Hadwig Reinprecht
11.03.2012, 08:43 Uhr
Jesses, hast du eine Ahnung! Wir sind keine "Staatsangestellten", wir überleben auch ohne Subventionen. Du würdest das Geld auch nehmen, wenn es die Anderen auch bekommen. Wir BioBauern haben klarerweise strenge Auflagen, ob da Zwangsimpfungen dazu gehören sollen, ist eine andere Frage. Wenn der Stall um ein paar Zentimeter zu klein ist, spielt das doch keine Rolle, dafür dürfen Bio Tiere hinaus.

Marcia Alven
03.03.2012, 18:45 Uhr
Ist das denn noch Bio-fleisch, wenn es Impfrückstände im Fleisch hat? Die Impfschäden von Adjuvantien wie z.B. Aluminiumhydroxid, Quecksilber oder Schwefelverbindungen sollten uns Konsumenten zu denken geben: auch beim Menschen können nach Impfungen Allergien auftreten und bei den Kälbern waren es langfristige Nervenstörungen. Wieso redet man wohl nicht darüber!?

Herbert Bischof
04.03.2012, 20:14 Uhr
Genau da liegt doch das Problem. Gemäss den Bio-Kontrolleuren ist nur Bio wenn geimpft !?!? Also MUSS bei Bio Impfstoff drin sein. Cool. Warum bekomme ich dann immer noch fast jeden Winter eine Grippe ?!?!?

Anastasia-Margarita Vaska
03.03.2012, 16:57 Uhr
Erstens finde ich es eine Frechheit, wenn man Tierschutzbeamten in einem demokratisch regierten mit der Gestapo vergleicht. Zweitens muss sich auch ein sogenannter Pionier de Zeitgeist anpassen und vorallem: Dem geltenden Recht. Und drittens: Diese Direktzahlungen für welche Bauern auch immer sind für mich überflüssig.

Christof Meyer
04.03.2012, 17:31 Uhr
Frau Vaska: Irgendwann ist es bei unser Bünzlibürokratie verständlich, wenn dieses Wort halt mal fällt. Es ist aber auch sehr unschön, dass diese G.. dann kommt, wenn der Beschuldigte nicht anwesend ist und die Kuh kann dort frei wählen ob sie die 2cm zu kleine oder die 3 cm grössere Box nimmt. Das nennt man Demokratie, was man von ihren genannten Zeitgeist nicht behaupten kann.

Daniela Lehmann
03.03.2012, 16:24 Uhr
Als Impfgegnerin bei Mensch und Tier unterstütze ich Herrn Hans sehr! Was Auslauf und Boxen bei Tieren anbelangt, sie können nicht genug davon haben und ich denke, Herr Hans hat für seine Tiere gemacht, was er kann! Lassen Sie sich nicht unterkriegen und machen Sie weiter so!!!

Bruno Bernasconi
04.03.2012, 13:45 Uhr
@Eddy Spengler: Das ist sicher schön für Sie. Sie müssen aber auch akzeptieren, dass z.B. im Jahr 2000 weltweit 1,7 Millionen Kinder an Masern gestorben sind. Wären sie rechtzeitig geimpft worden, wären die meisten davon heute noch am Leben.

Eddy Spengler
04.03.2012, 09:42 Uhr
@Daniela Lehmann Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Ich habe mich z.B. noch nie gegen Grippe impfen lassen und hatte in meinem Leben noch nie eine Grippe !!! E. Spengler

Lukas Aeschbacher
04.03.2012, 09:04 Uhr
Dank den Impfgegnern sind Krankheiten wie z.B. die Masern in der Schweiz noch immer nicht ausgerottet - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Und dank den Impfgegnern besteht somit für Säuglinge noch immer die Gefahr, sich mit Masern anzustecken und schlimmstenfalls daran zu sterben. Wenn es nach den Impfgegnern ginge, hätte wir noch immer Pocken, Kinderlähmung, TB, etc.

sina baggenstos
04.03.2012, 08:44 Uhr
An all die vehementen Impfbefürworter: Natürlich gibt es sinnvolle Impfungen. So wird sicher kein Impfgegner sich gegen die Kinderlähmungs-Impfung wehren. Aber es gibt auch Impfschäden. Und ein Impfzwang bei der Blauzungenkrankheit, mit einem dermassen fragwürdigen Impfstoff, mit so hoher Kälbersterblichkeit, das klingt für mich halt sehr nach Pharma- und Tierarztlobby.

Bruno Bernasconi
03.03.2012, 23:10 Uhr
@sina baggenstos: Sie sollten den letzten Satz von Frau Baumann genau lesen. Ausgerottete Krankheiten können mit verheerenden Folgen wieder auftreten und auch die Impfbefürworter und vor allem deren Nachkommen gefährden.

Paul Altenbach
03.03.2012, 23:00 Uhr
@sina baggenstos Der Impfschutz ist vor allem für jene wichtig, welche sich nicht impfen lassen können - Sprich Säuglinge oder Autoimmunerkrankte. Gerade diese Gruppen von Menschen sind darauf angewiesen, dass Krankheiten durchs Impfen ausgerottet werden. Sie sollten sich etwas genauer informieren wie die Sache funktioniert, bevor man einfach gegen die "Phramalobby" wettert.

sina baggenstos
03.03.2012, 22:27 Uhr
Wenn Sie sich impfen lassen, Frau Baumann, dann kann Ihnen ja egal sein, was die anderen tun. Der "löchrige Impfschutz" ist ja nur für die Impfgegner selber eine Gefahr. Also, wie wär's mit etwas Toleranz?

Bruno Bernasconi
03.03.2012, 21:29 Uhr
Danke, Frau Baumann, Sie bringen es haarscharf auf den Punkt. Leider wollen solche Leute nicht die Wahrheit wissen, denn ihr Weltbild käme ziemlich ins Wanken.

Maria Baumann
03.03.2012, 20:32 Uhr
Impfgegnerin - was ist denn das für eine dumme Bezeichnung? Impfgegnerin kann man so lange sein, wie die Population zu >95 % durchimpft ist und damit Krankheiten auch für die Nichtgeimpften abschirmt. Wenn dieser kollektive Impfschirm durch die Ignoranz solcher Impfgegner "löchrig" wird oder gar unwirksam wird, dann tragen so Leute wie Sie die Verantwortung für wieder aufkeimende Krankheiten.

Danielle Rouiller
03.03.2012, 16:14 Uhr
Die biologische Planwirtschaft kümmert sich um Zertifizierung und generiert Heere von parasitären Prüfern, Aufsehern und Reglementsschreibern. In Apparatschik-Manier versinkt alles in einem Meer von Vorschriften und Formularen, und der Handel mit den Dutzenden von Bio-Zertifikaten und Gefälligkeits-Bio-Labeln öffnet der Korruption Tür und Tor. Am einfachsten: Bio-Label drauf und abkassieren.

Eugen Fischer
03.03.2012, 15:46 Uhr
Denke man nur an Schmallenber oder andeere Viren, dann ist es abstrus wenn nicht geimpft wird. Vor allen wenn missgebildete Jungtiere geboren werden, dann dürfen auch keine Subventionen mehr bezahlt werden. Nur so ist dies konsequent, aber eben in der Schweeiz wird ja Quersubventioniert bis sich die Balken biegen.

Martin Schnyder
03.03.2012, 15:12 Uhr
Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Wenn für Labels Standards definiert werden, dann müssen diese nachher auch eingehalten werden. Und wer sie nicht einhaltet, erhält das Label nicht. Sonst kann man sich dann die ganze Labelei ja gleich schenken.

Maria Baumann
03.03.2012, 14:39 Uhr
Als Kundin möchte ich nun endlich nach Jahren der Unsicherheit beim Labeling von Bioprodukten Sicherheit gewinnen. Dieser Bauer scheint mir nicht den Stand der Biobauern zu unterstützen Will er der Sache als ganzes dienen, oder seine persönlichen "Mödeli" und seine "Impfhysterie" ausleben? Er ist kein Immunologe - auch wenn er als Fundamentalgrüner meint, über alles Bescheid zu wissen.

Walter Reinhart
05.03.2012, 02:31 Uhr
@Lukas Aeschbacher: Ihre Fragestellung ist falsch. Bevor Impfungen Pflicht werden, muss wissenschaftlich erwiesen sein, dass solche Nebenwirkungen, wie sie Hans feststellte, ausgeschlossen sind. Dieser Nachweis ist aber nicht erbracht. Die Pflicht zum wissenschaftlichen Nachweis obliegt nicht dem Bauern, der Nebenwirkungen beobachtet, sondern der Pharmaindustrie bzw. den Behörden. Hans hat recht!

Lukas Aeschbacher
04.03.2012, 08:55 Uhr
Hans: Nein, die Auflistung von beobachteten Krankheitsfällen reicht nicht. Ist der Zusammenhang dieser Fälle mit den Impfungen wissenschaftlich erwiesen?

Urs Hans
04.03.2012, 00:04 Uhr
Liebe Frau Baumann, ich bin weder fundamentalgrün noch hellgrün. Ich bin Bauer. Wir hatten nach einer 8 Jahre andauernden Zwangsimpfung gegen Rauschbrand Schäden wie: häufige Aborte, schlechte Fruchtbarkeit, Totgeburten, lebensschwache Kälber, nervengestörte Kälber mit Koordinationsstörungen, nie gekannte extreme Durchfälle und die Medikamente der Tierärzte haben nichts mehr geholfen. Reicht das?

Kari Honegger
03.03.2012, 20:37 Uhr
Ich erwarte auch von einem Bio-Bauer eine kritische Haltung. Nach neun Fachartikeln komme ich zum Schluss, dass diese Impfung, gesamtschweizerisch verordnet, Schaden anrichtet und Pharmaprofit fördert. Ich wünsche Herrn Hans Mut und Kraft und ein Schuss Beamtenhumor. Gerne würde ich Fleisch von Ihrem vorbildlich geführten Biohof beziehen.Verkaufen Sie via Internet: ich werde Ihr erster Kunde sein

sina baggenstos
03.03.2012, 15:00 Uhr
Wieso jahrelange Unsicherheit beim Labeling? Zudem: Mir imponiert ein Bauer, der sich weigert eine umstrittene Impfung durchzuführen. Viele Impfungen nützen vor allem Pharmaindustrie, Immunologen und Tierärzten. Und wenn Kälber nach der Impfung sterben, ist das Ganze für den Menschen vielleicht auch nicht so gesund? Von einem Bio Bauern erwarte ich eine kritische Haltung.

Marc Peer
03.03.2012, 14:20 Uhr
Ich erinnere mich an einen Tagi-Artikel von vor 1 Woche, in dem ein Bauer und ein Landwirt straflos falsch deklariertes Fleisch verkaufen konnte und nach Auffliegen der Sache nicht belangt wurde ('Betrugsfall in Zürcher Schlachthof'). Und bei Bauer Urs Hans sollen nun 2cm zuwenig Boxenbreite zuviel des Guten für die Knospe sein? Irgendwo scheint da der gesunde Verstand auf der Strecke geblieben..

Peter Kaegi
03.03.2012, 14:06 Uhr
In der Planwirtschaft ist es halt so, dass Regeln den Ablauf diktieren. Darum sind die Grünen ja auch mehr links als grün, eben wegen der Planwirtschaft.

Ernst Boller
03.03.2012, 13:46 Uhr
Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte lieben. Dass Behörden wegen 2 cm ein Affentheater veranstalten können, wundert mich allerdings nicht weiter.

Josef Hofstetter
03.03.2012, 13:26 Uhr
Interessant wäre eigentlich wieviel dieser Biobauer und auch andere jährlich an Subventionen erhalten? Dazu kommt auch, dass Bioprodukte viel zu teuer verkauft werden und leider nur einTeil eigentlich Bio-Produkte sind.

sina baggenstos
03.03.2012, 19:38 Uhr
Ich denke nicht, dass diese Produkte zu teuer verkauft werden, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit dahinter steckt. Heute darf Nahrung einfach nichts mehr kosten. Egal, ob dadurch die Umwelt zerstört wird, die Tiere leiden und die Gesundheit ebenso. Aber man ist was man isst... Und wie kommen Sie darauf, dass nur ein Teil der Bio Produkte wirklich biologisch erzeugt werden? Können Sie das belegen?

Tom Dubach
03.03.2012, 13:18 Uhr
Tja, so ist es halt! Bauern, die ihr Fleisch noch teurer als sonst schon verkaufen möchten müssen sich an bestimmte Gesetze halten. Aber im Allgemeinen ist es halt in der Schweiz tatsächlich so, dass mit dem "Swiss-Finish", die Latte sehr hoch angesetzt wird. Die Finanzbranche wird ebenfalls von der Finma mit Auflagen geflutet, welche teilweise absurd und in jedem Fall kostentreibend sind.

Hans Meiser
03.03.2012, 15:13 Uhr
@Dubach. Wenn sie bei Familie Hans das Fleisch direkt kaufen würden, könnten sie viel Geld sparen. Es ist dort nicht teurer! Teurer ist es, das Bio-Fleisch beim Grossverteiler zu kaufen, denn die machen mit Bio mehr Gewinn als der Produzent. Es geht hier nicht nur um Geld!

Jürg Schmid
03.03.2012, 12:50 Uhr
Das Zusammentreffen von Impfverweigerung und plötzlich intensivierter Kontrollen ist sehr aufschlussreich. Dabei ist bei objektiven Betrachtern inzwischen klar, dass die Impfung keineswegs unproblematisch ist. Das wird von den Beamten und den profitierenden Herstellern natürlich nach Strich und Faden abgestritten. Bio-Inspecta soll sich gefälligst in diesem Fall ein eigenes Bild verschaffen.

Urs Marthaler
03.03.2012, 12:41 Uhr
Ich finde es eine Schweinerei wie Behörden und halbstaatliche Institutionen mit Bauern umgehen, die sich zurecht gegen unnötige Impfungen bei ihren Tieren wehren ! Der Staat würde ja am liebsten auch die ganze Bevölkerung Zwangsimpfen lassen. Wer weiss, wenn wir nicht aufbegehren trifft es uns auch noch und die Pharmaindutrie lacht sich ins Fäustchen. Die Bürokratie steht wieder vor Vernunft.

Ruedi Gerber
03.03.2012, 12:19 Uhr
Herr Hans soll sich einfach an die Regeln halten. Sein renitentes Getue nervt und kostet den Staat unnötig Geld.

Christoph Teuscher
03.03.2012, 12:17 Uhr
Wenn ich schon Probleme mit den Behörden hätte, würde ich mich nicht mit einem Tier ohne Ohrmarken ablichten lassen. Ansonsten sieht der Stall gut aus.

Lukas Aeschbacher
03.03.2012, 12:08 Uhr
Verstehe nicht, weshalb das hier einen Artikel wert ist. Da hält sich einer nicht an für alle geltende Vorschriften und wird dafür gebüsst - völlig normal. Wenn ich zu schnell fahre, interessiert es auch niemanden, wenn ich danach jammere, dass es nur 2 oder 3 km/h zu schnell gewesen sei. Und Hans' Verschwörungstheorie zu veröffentlichen ohne jegliche Beweise vorzulegen, ist doch eher fragwürdig.

Christine Keller
03.03.2012, 11:10 Uhr
Das ist leider so : Wer sich mit der Obrigkeit anlegt, hat keine Chance. Ein Gewalttäter wird - vergleichsweise - in Watte gepackt, ein Bürger, der sich gegen unsinnige Vorschriften wehrt, wird schikaniert. Ich hoffe sehr, dass sich behördlicherseits die Fairness durchsetzt und Urs Hans seine Biolizenz behalten kann, trotz fehlender Zentimeter im Kuhstall.

Robert Erni
03.03.2012, 09:48 Uhr
Wir haben uns in einen Bio-Fanatismus der Bürokraten verrannt, aus dem es bald keinen Ausweg mehr gibt. Ähnlich wie in Griechenland. Ziel ist offenbar, dass wir in der Schweiz immer weniger produzieren können und deshalb immer mehr importieren müssen. Zum Leidwesen jener, die verhungern. Aber da hat die Schweiz kein Gewissen. Aber viel, viel Bürokratie.

Andreas Steiner
03.03.2012, 09:25 Uhr
Kopfschüttel! Auch hier geht der gesunde Menschenverstand verloren...... unser Zeitgeist. Ich wünsche Urs Hans weiterhin viel Kraft für seinen Kampf.

erika hugentobler
04.03.2012, 13:37 Uhr
Vor lauter Amtsschimmel-Wiehern kann man die vernünftigen Stimmen gar nicht hören!

Franz Bleu
03.03.2012, 08:38 Uhr
Auch ich habe mit Bio.Inspecta das gleiche erlebt. Nach einer Kontrolle wurde das Kant. Vet. Amt eingeschaltet und das von einem Inspektor, der Tierkadaver während Tagen auf der Weide liegen lässt. Die Kontrolle vom Kant. Vet, war sehr freundlich und hat zu keiner Beanstandung geführt. Antwort von Bio.Inspecta: wir haben das schon gedacht, aber kennen und halt mit dieser Tierhaltungsform nicht aus.

sina baggenstos
03.03.2012, 08:37 Uhr
Für mich ist es unverständlich, dass Bio.inspecta einem Pionier so in den Rücken fällt und sich vor den Karren der Behörden spannen lässt. Vor allem, wenn man sich an die kürzlichen Meldungen von Bio Betrügereien bei ausländischen Produkten erinnert. Dort wird viel zu wenig kontrolliert. Und Tiequälerei sind ja wohl nicht 2 fehlende Boxen-Zentimeter , sondern die konventionelle Massentierhaltung!

sina baggenstos
03.03.2012, 15:29 Uhr
Herr Zellweger, das stimmt schon. Aber man könnte zumindest längere Übergangsfristen gewähren oder eine andere Lösung suchen. Neben Vorschriften gibt es doch auch noch den gesunden Menschenverstand. Das hier riecht für mich einfach nach Druck vom Veterinäramt. Pioniere sind Idealisten und wohl nie einfache Menschen, aber sehr viel wichtiger für die Gesellschaft als Paragraphenreiter!

Florian Zellweger
03.03.2012, 15:07 Uhr
Bezüglich den zwei fehlenden Boxenzentimeter: Sie haben sicher recht, die fallen nichts in Gewicht. Aber irgendwo müssen für Labels Standards definiert und durchgesetzt werden. Tut man das nicht, uns sagt: «Ja, gut 2 Zentimeter, was solls?» Dann kommt dann der nächste mit 4, dann einer mit 12 usw. Und sagen wir dann auch noch, ist nicht so wichtig? Insofern handelt bio.inspecta völlig richtig.

Kevin Sisco
03.03.2012, 08:30 Uhr
Die Staatsmanager sollen doch stattdessen dem Mann helfen seine Boxen zu verbreitern - wenns denn so wichtig ist! Für solche Beamtenwichtigtuerei und Justizbeschäftigungstherapien zahlen wir Zürcher Steuern?

Robert Franz Reichmuth
03.03.2012, 08:27 Uhr
Der legendäre "Amtsschimmel" mutiert hier zur wiederkäuenden "Paragraphen-Amtskuh" ...

Carlo Müller
03.03.2012, 08:19 Uhr
Ein weiterer Fall, der zeigt, dass wir in diesem Land zuviel Bürokratie und vor allem zu viele selbstherrliche Beamten haben. Abbauen!

Tom Dubach
03.03.2012, 18:17 Uhr
Und wenn es um die Finanzbranche geht klatschen Sie und wünschen noch mehr Regeln, Überwachung und Sanktionen? Wenn ich viel Geld für knospenbelabeltes Fleisch ausgebe will ich sicher sein, dass ALLES den Vorgaben entspricht.